Samstag, 31. Dezember 2016

Ein Vampir auf Reisen von Ingrid Uebe

Familie Bredfeldt will in den Urlaub nach Italien fahren. Familie Bredfeldt, das sind Mutti, Vati, die Zwillinge Nina und Tina, die große Schwester Hanna und der kleine Vampir Ambrosius. Vampir? Richtig! Der kleine Kerl wohnt bei der Familie, seitdem sie ihn im Wald gefunden hatte. Alle sind in heller Aufruhr wegen den Ferien in Italien, nur Brosi, der bekommt von seiner chaotischen Familie kaum etwas mit, denn er schläft scheinbar satt und zufrieden unten in seinem Keller - das fällt aber nur Hanna sofort auf. Sie hat auch schon einen Verdacht, an wen Brosi geknabbert haben könnte, denn Radiomeldungen und auch ein Lied von Brosi lassen sie es ahnen. Das wird für Hanna auch noch richtig gefährlich, denn Brosi hat einen neuen Vampir erschaffen...

Die dritte Geschichte aus der Reihe um den kleinen Vampir Ambrosius von Bröselstein ist so niedlich geschrieben und illustriert, dass ich wohl einen kleinen Zuckerschock erlitten habe. Die Geschichte ist in Fibelschrift geschrieben, sodass junge Leser nicht in den Zeilen verrutschen. Außerdem ist die Geschichte schön illustriert und in kleine Abschnitte eingeteilt, sodass die kleinen Leser das Gelesene noch einmal verarbeiten können. Die Geschichte ist sehr kindgerecht. Während Hanna und Brosi mit den Zwillingen quasi die Helden der Geschichte sind, sind Mama und Papa zwar als Ordnungshüter mit dabei, aber die beiden werden so nicht weiter beleuchtet. Mit kindlichem Eifer nehmen die Kinder ihren lang ersehnten Urlaub in Angriff. Endlich baden, im Sand buddeln und so viel spielen, bis sie abends in die Betten fallen. Auch Zankereien, die sonst stattfinden treten kaum auf. Dazu hat Hanna aber auch keine Zeit, denn sie belauscht Brosi bei einem Lied und erfährt so, dass er einen neuen Vampir erschaffen hat. Als Papa dann Konzertkarten besorgt und Hanna in der ersten Reihe sitzen darf, gelangt sie in den Fokus des Vampirs, was ihr fast den Kragen kostet.

Empfehlen möchte ich das niedliche Büchlein allen kleinen und großen Vampirfans. Für die kleinen wird die Geschichte sehr spannend sein und die Großen werden darüber schmunzeln. Die Geschichte macht Spaß und eignet sich in meinen Augen auch super, um mit den Kleinen lesen zu üben.

Idee: 5/5
Charaktere: 5/5
Spannung: 5/5
Witz: 5/5

Gesamt: 5/5

  • Gebundene Ausgabe: 91 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 2 (1. Januar 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3473341533
  • ISBN-13: 978-3473341535
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 1,4 x 21,5 cm

Freitag, 30. Dezember 2016

Soul Lights: In den Armen des Vampirs 9&10 von Chloe Wilkox

Nachdem Gloria Robin von einem Unbekannten lebensbedrohlich verletzt wurde, wacht sie dank dem Blut ihrer Vampirfreunde wieder auf und versucht fortan wieder an das Leben zu glauben, denn sie braucht immer wieder den Adrenalinkick, um zu bemerken, dass sie nicht gestorben ist. Dabei kapselt sie sich von ihren Freunden ab und lässt lediglich nur noch Benjamin an sich heran. Doch viel Zeit zum schmollen bleibt der jungen Frau nicht, denn ein Anruf von Matthew zeigt, dass die Sache rund um ihr geheimnisvolles Blut noch nicht ausgestanden ist. Denn Matthew hat Gloria in New York gesehen - ein Double, welches von dem verrückten Magier Andrei erschaffen wurde. Er muss gestoppt werden. So viel steht fest. Doch wer ist Andrei wirklich und was hat er vor? Was haben diese Double von Gloria zu bedeuten? Und wo ist Kim?

Dieser Sammelband zu der Reihe "In den Armen des Vampirs" beinhaltet Band 9 und 10. Der neunte Band trumpft mit seiner Schlechtigkeit auf. Die Handlung ist wie in den Teilen zuvor vorhersehbar. Gloria kollert, weil sie dem Tod von der Klippe gesprungen ist und wieder einmal dreht sich alles nur um sie. Egoistisch denkt sie nur an sich, geht mit ihrem Mitmenschen nicht gerade sehr umsichtig um und wieder einmal zweifelt Gloria an der ganzen Sache, jammert, zweifelt, fühlt sich schwach, weiß dann aber immer ganz plötzlich, was zu tun ist, schläft noch schnell wieder eine Runde mit Benjamin und dann kommt das nächste Problem mit großen Schritten auf sie zu. Wie sollte es auch anders sein? Im zehnten Band wird die Story zwar wieder spannender, aber ist auch wieder vorhersehbar und sogar mit einigen Logikfehlern versehen.
So schickt Gloria Wanda, ihre Ziehmutter weg, nur damit diese gefühlt zwei Tage später wieder aus Boston via Privatjet eingeflogen wird. Auch behaupten Matt und Ben im neunten Teil, dass sie mit dem Double gesprochen haben, im zehnten Teil wird das Double aber als halber Zombie dargestellt, der nicht einmal sprechen kann... Auch war klar, dass Gloria noch ein paar neue Punkte zum Zweifeln braucht, die dann auch nicht lang auf sich warten lassen, denn Andrei spielt in ihrem Leben zwei wichtige Rollen, die sie wieder in eine Gewissenskrise stürzen.

Was mir in diesen zwei Bänden auch sehr aufgefallen ist, ist dass der Autorin scheinbar die Ideen ausgehen. Wir bewegen uns bei der Länge der Geschichten nun mittlerweile nicht mehr bei guten 60 sondern 50 Seiten und die Story wird immer sprunghafter, besonders, wenn es darum geht, dass Gloria eine eigene Meinung haben soll. Schade, dass die Story mittlerweile so plump und langweilig geworden ist. Die ersten Bände waren echt noch gut, doch nun ist es einfach nur noch enttäuschend.

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1564 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 132 Seiten
  • Verlag: Addictive Publishing (8. September 2015)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0154U2RE2

Trinity Blood 01 von Sunao Yoshida

Zum Inhalt:
In einer fernen Zukunft: Eine feindlich gesinnte Lebensform erscheint auf der Erde. Der "Vatikan" wird zum Vorreiter im Kampf der Menschen gegen diese neue, "Vampire" genannte Lebensform. Zu den verdeckten Geheimwaffen des Vatikans in diesem Kampf zählt auch Pater Abel Nightroad, der als Agent der Spezialeinheit "Ax" im Rahmen verdeckte Operationen gefährliche Vampire dingfest macht. Sein neuster Auftrag führt Pater Nightroad in die Stadt Istvan, wo der zwielichtige Graf Gyula Kádár sein Unwesen treibt.

Die Nonne Esther lebt in Istvan. Sie und ihr Freund Dietrich gehören einer geheimen Organisation an, die sich gegen die finsteren Machenschaften der Vampire auflehnen wollen. Schließlich sehnen sie sich alle nach Frieden und Sicherheit. An jenem Tag taucht im Ort der neue Pater auf, der fortan in Istvan leben und wirken soll. Doch Pater Abel Nightroad ist ein Schussel und scheint nur noch mehr Chaos in den Ort zu bringen. Als die Kirche in der Esther lebt, angegriffen wird, ist es Pater Abel, der sich in den Kampf stürzt und seine wahre Identität freigibt. Er ist vom Vatikan gesandt, um dem Grafen Gyula und seinen Handlangern das Handwerk zu legen. Denn es gibt ein Wesen, das auch die Vampire fürchten. Ein Wesen, welches sich vom Blut der Vampire ernährt. Ein Wesen, welches die Geheimwaffe des Vatikans ist. Esther glaubt, dass nun alles wieder gut wird. Doch dann wird ein Anschlag auf die Kirche verübt und einstige Verbündete werden zu Feinden.

Trinity Blood ist ein wirklich wunderbarer Manga. Die Zeichnungen strotzen vor Details und die Geschichte ist spannend und logisch in ihrer Abhandlung. Die Thematik rund um die Vampire wird hier völlig neu aufgegriffen und völlige neue Aspekte zum Wesen der Vampire werden hier eingespielt. Auch die Weltordnung, die hier vorherrscht scheint noch immer stark von der Kirche geprägt zu sein, was sich von der realen Welt unterscheidet. Stimmig finde ich, dass die Figuren deutsche bzw. angedeutschte Namen haben. So wird ein stimmiges Bild in Europa geschaffen. Die detaillierten Zeichnungen bieten dem Leser immer wieder Momente, in denen man einfach die Schönheit betrachten kann und verweilt. Der spannende Hergang der Story macht definitiv Lust auf mehr und ich bin schon auf die weiteren Teile der Reihe gespannt. Von mir gibt es für diesen Manga fünf Sterne, weil er mich wirklich begeistert hat. Empfehlen möchte ich den Manga allen, die gern Mangas lesen und sich für Vampirgeschichten begeistern können.

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Panini; Auflage: 1 (19. Juli 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866072406
  • ISBN-13: 978-3866072404
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 1,4 x 17,4 cm

Grimms Manga 01 von Kei Ishiyama

Was, wenn der Wolf das Rotkäppchen gar nicht fressen möchte, sondern sich unsterblich in sie verliebt?
Was, wenn Hänsel ein eitler Knabe ist und die olle Hexe gar keine Kinder essen will?
Was, wenn Rapunzel kein Mädchen, sondern ein Junge ist?
Dann hat ein Mangaka die Märchen der Gebrüder Grimm neu interpretiert und das ganze in einen Manga voller Kurzgeschichten gepackt, die sich allesamt wirklich sehen lassen können.

Der Manga begeistert nicht nur durch eine Neuinterpretation klassischer Märchen, sondern auch durch seine wunderbaren Zeichnungen, an denen man sich nicht satt sehen kann. Neben den klassischen Märchenfiguren, die standardgemäß zu ihren Märchen gehören, hat der Mangaka überall versteckte BonBons eingebaut. So unterhält sich der kleine Wolf zum Beispiel mit den sieben Geißlein und versteht sich mit ihnen außerordentlich gut, der gestiefelte Kater fungiert als Berater des neuen Königs und die Bremer Stadtmusikanten laufen als betagte Rentner durch ein Dorf. Wer den Manga aufmerksam liest und eine Weile bei den Zeichnungen verweilt wird noch mehr Parallelen zu anderen Märchen finden.

Die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf hat mich besonders begeistert. Die Adaption ist so niedlich, dass man schon fast einen Zuckerschock bekommen könnte. So soll der kleine Wolf eine Jungfrau fressen, wenn er denn ein echter Wolf werden will. Doch als er sich dem Dorf nähert und die Menschen dort beobachten möchte, trifft er auf Rotkäppchen, für die er sofort Feuer und Flamme ist. Doch wie soll er sich ihr nähern, hat er doch einen Schwanz, scharfe Krallen und Ohren?
Auch die Geschichte von Hänsel und Gretel gefiel mir sehr gut. Die beiden leben in einer armen Familie und die Stiefmutter überredet den Vater die beiden im Wald auszusetzen, da Hänsel sowieso nur damit beschäftigt ist, sein Spiegelbild zu betrachten. Als die beiden Geschwister zum Hexenhäuschen kommen, treffen sie auf eine Frau, die Hänsels schönes Gesicht sehr zu schätzen weiß. Sie nimmt sie mit in ihr Schloss, wo Hänsel in Saus und Braus lebt, während Gretel schwer schuften muss - immer mit dem Hintergedanken, dass die Frau Hänsel bestimmt bald essen will. Doch tut sie das wirklich?

Empfehlen möchte ich den Manga all denen, die die Geschichten von Grimm und Mangas lieben. Die Mischung ist genial und die Umsetzung der Geschichten so wunderbar. Von mir gibt es für dieses schöne Werk 5 von 5 Sternen.

  • Taschenbuch: 168 Seiten
  • Verlag: TOKYOPOP (1. Dezember 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865803954
  • ISBN-13: 978-3865803955
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 1,5 x 18,7 cm

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Sorell & Telheria: Mederias erste Ignis von Sabine Schulter

Ich lege meine Finger ohne Zögern in seine, denn in meinem Kopf ist so viel los, dass ich mir darüber keine Gedanken mache.
(Telheria und Sorell begegnen sich)


Telheria ist ein sehr fleißiges Mädchen. Um ihre kinderreichen Eltern tatkräftig zu unterstützen arbeitet sie täglich sehr hart in der Wäscherei ihrer Stadt, um die hungrigen Mäuler zu Hause mit zu stopfen, denn die Familie ist auf das schwer verdiente Geld angewiesen. Als Telheria sich wieder einmal überarbeitet und ihre Hände von der Seifenlauge der Wäscherei stark angegriffen sind, beschließt die Aufseherin, dass das Mädchen für eine Weile zu den Bleicherinnen wechseln soll. Für Telheria eine willkommene Abwechslung und die Chance mehr für die Familie dazu zu verdienen. Als sich das Mädchen an diesem Tag auf den Weg zu ihrem Lieblingsplatz macht, trifft sie dort auf den geheimnisvollen Sorell, der sie augenblicklich sofort in seinen Bann zieht. Und obwohl Telheria sich vehement gegen diese Tatsache wehren möchte, weil sie ihn ja eigentlich gar nicht kennt, muss sie sich bald eingestehen, dass dieser Mann eine wirklich wunderbare Wirkung auf sie hat. Eine zarte Liebe entsteht, die jedoch bald auf eine harte Probe gestellt werden soll. 

Gute Dinge bleiben nie für ewig. Wie lang also wird mein Glück andauern? 
(Telheria)


Ich durfte diese wunderbare Kurzgeschichte schon sehr zeitig lesen – quasi, als sie noch in den Kinderschuhen gesteckt hat und muss sagen, dass ich sie einfach liebe, auch jetzt. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Wieder einmal hat es Sabine Schulter geschafft eine Geschichte und eine Welt zu kreieren in der man sich restlos verlieren kann. Der Einstieg in die Geschichte geht so schnell, dass man gar nicht merkt, wie die Seiten einfach so dahin fliegen. Man verliebt sich sofort in die liebevoll gestalteten Charaktere. Man fiebert mit, hofft, dass die beiden Protagonisten zueinander finden und leidet mit ihnen, als sich das Blatt drastisch ändert. Die Emotionen der Charaktere lassen sich sehr gut nachempfinden und die süße Geschichte lässt den Leser nur mit dem einen Wunsch zurück, nämlich, dass er mehr über die beiden Protagonisten lesen darf. 

Telheria ist als Protagonistin in dieser kleinen Kurzgeschichte ein wirklich starker Charakter. Sie setzt sich bedingungslos für ihre Familie ein und stellte ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse in den Hintergrund. Sie ist ein herzensguter und lebensfroher Mensch. Trotzdem ist sie stets vorsichtig und darauf bedacht keine Fehler zu machen, denn Fehler kann sie sich nicht leisten, wenn es darum geht ihre Familie tatkräftig zu unterstützen. Sorell hat auf sie die wunderbare Wirkung, dass sie ihre Situation auch von einem anderen Blickwinkel betrachtet und das Leben nicht mehr so schwer nimmt, sich sogar von Sorells unbekümmerten Lebensmut anstecken lässt.
Denn Sorell ist das komplette Gegenteil von Telheria. Er genießt sein Leben und hat immer einen guten Rat für Telheria, wenn diese an ihrer Situation zu verzweifeln scheint. Meist erkennt er sofort, wenn Telheria etwas bedrückt und zwingt sie mit seiner unbekümmerten Art sich mit der Situation auseinander zu setzen und doch die guten Dinge daran zu sehen. Mit seiner Art schafft er es schnell, dass Telheria ihm vertraut, was ihn sehr zu freuen scheint, da er sich sichtlich zu ihr hingezogen fühlt.


Abschließend bleibt mir zu diesem Werk nur noch eins, nämlich meine absolute Leseempfehlung auszusprechen. Bei der Kurzgeschichte handelt es sich um die Vorgeschichte zu Sabine Schulters neustem Geniestreich im SPler-Bereich: Die Mederia Triologie. Und Kinder, ich kann euch sagen, dass dieses kleine Prequel absolut Lust auf mehr macht. Man kann die Hauptgeschichte kaum abwarten, selbst, wenn man sie schon gelesen hat! Denn die Vorgeschichte verspricht alles, was das Leserherz begehrt! Liebe und Romantik. Eine wunderbare neue Welt, in die es sich lohnt hinein zu tauchen. Es wird Spannung und Dramatik geben. Also alles, was die Geschichten von Sabine Schulter so wunderbar macht.




  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 967 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 73 Seiten
  • Verlag: neobooks (18. Dezember 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01N9A3MYY

Draufgängerische Küsse (Boston 5 - Band 2) von Poppy J. Anderson

Zum Inhalt:
Shane Fitzpatrick kommt sich nicht nur unwiderstehlich vor - er ist es auch. Groß, dunkelhaarig und mit der Erlaubnis ausgestattet, eine Waffe zu tragen, wird der irische Dickschädel von Frauen angeschmachtet, wo er geht und steht. Bislang hat er sich wegen dieses Umstandes noch nie beklagt und ist dafür bekannt, nichts anbrennen zu lassen, doch der Bostoner Polizist denkt mittlerweile darüber nach, die zahlreichen Dates sausen zu lassen und sich auf die Suche nach einer Frau zu machen, mit der er endlich sesshaft werden kann. Dumm nur, dass ausgerechnet die einzige Frau, für die er jemals etwas empfunden hat, nicht einmal seinen richtigen Namen kennt und einen guten Grund hat, Shane die ewige Verdammnis an den Hals zu wünschen.

Shane Fitzpatrick ist gutaussehend, im besten Alter, wenn man seiner Mutter glauben darf, hat sich aber zum Leidwesen seiner Familie noch immer nicht in feste Hände begeben. Um ihm unter die Arme zu greifen hat seine Schwägerin ihm ein Date verschafft, was aber alles andere als begeisterungswürdig verläuft. Zum Glück wird Shane an diesem Abend von seinem Chef zu einer Adresse beordert, wo er sich um eine Angelegenheit kümmern soll. Als Polizist einer Mordkommission eine willkommen Entschuldigung, um sich von dem lieblosen Date zu entfernen. Alles ist Shane recht, nur um endlich aus diesem Restaurant flüchten zu können. Doch was ihn bei der genannten Adresse erwartet ist seine Vergangenheit. Thorne. Mit der er vor sieben Jahren zusammen war, die bis heute nicht seinen wahren Namen weiß, mit der er verlobt war und deren Bruder Shane hinter Schloß und Riegel gebracht hat. Thorne. Die er einfach hat sitzen lassen, weil sie einfach nur ein Job war. Und die ihn nun ungläubig entgegen blickt. Thorne, die allen Grund dazu hat ihm die schlimmsten Plagen an den Hals zu wünschen. Thorne, die die Mutter seines sechsjährigen Sohnes ist. Der coole und draufgängerische Cop Fitzpatrick kommt ganz schön ins schwitzen. Er ist Vater! Doch wie soll er Thorne milde stimmen, um seinen Sohn sehen zu können? Und was wird seine Familie dazu sagen? Das Chaos scheint vorprogrammiert.

Der zweite Teil der Fitzpatrick-Reihe aus der Feder von Poppy J. Anderson ist einfach nur göttlich. Die Schreibweise der Autorin ist gewohnt flüssig und die Dialoge sind ein Schlagabtausch der Extraklasse. Neben witzigen und chaotischen Familienszenen der Fitzpatricks ist die Geschichte spannend und emotional. Besonders, als Thorne immer wieder daran denken muss, was Shane ihr angetan hat oder wenn Shane nicht so recht weiß, wie er mit der neuen Situation umgehen soll. Da ist es wenig dienlich, dass seine Familie ihm besonders von der weiblichen Seite in den Rücken fällt, als er sie darüber in Kenntnis setzt, was er getan hat und was daraus entstanden ist. Neben der Geschichte von Shane erfährt der Leser aber auch, was aus Heath und Hayden aus dem ersten Teil geworden ist und wie seine anderen Geschwister und seine Mutter so sind. Es macht Spaß in deren lautes und chaotisches Familienleben mit einzutauchen und man freut sich diebisch, wenn die Fitzpatriks ihrem Shane gehörig die Leviten lesen. Aber es ist auch schön zu lesen, wie Thorne und auch Shane versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Dabei ist vor allem der kleine Knirps ein absolutes Goldstück.

Shane kommt zu Beginn der Geschichte sehr überheblich daher. Er hat ein Date und beobachtet mit Argusaugen, was an seinem Date nicht so toll ist. Er hofft, dass er einen Anruf bekommt und sein Date sitzen lassen kann, während diese sich bemüht gut auszusehen. Das ist aber genau das, was Shane nicht will. Er will jemanden in seinem Leben haben der schlagfertig ist. Dass es solche Frauen scheinbar nicht wie Sand am Meer gibt, scheint Shane zu wissen. Obwohl er die Etikette wahrt möchte man den überheblichen Kerl für seine abfälligen Gedanken aber am liebsten erwürgen. Sympathisch wird er erst, als er erkennt, dass er Thorne gegenüber Fehler gemacht hat und diese wieder gut machen möchte, besonders, als er fest stellen muss, dass er ein Daddy ist. Einige wären sicher vor Panik weg gerannt, doch Shane will seinen Mann stehen, was ihn in meinen Augen ganz weit die Sympathieleiter hochklettern lässt.

Thorne hingegen hat es nicht einfach gehabt und will Shane seinen Sohn vorerst vorenthalten, beschließt dann aber doch mit ihm darüber zu sprechen, doch so weit kommt es nicht, denn Shane erfährt eher durch Zufall, dass er Vater ist. Fortan muss Thorne einen Kompromiss finden, damit sich Vater und Sohn sehen können, auch wenn ihr das am Anfang nicht gefällt. Trotzdem macht sie Shane eine Menge Zugeständnisse, was sie in meinen Augen sympathisch macht. Thorne ist eine starke Frau, die nicht lange grollen kann. Eine Charakterstärke, bei der sich einige eine Scheibe abschneiden können. Shane hätte es wohl mehr als verdient, wenn sie ihn mit dem Nudelholz traktiert hätte.

Empfehlen möchte ich die Geschichte allen, die gern Liebesromane lesen in denen es zusätzlich eine gehörige Portion Witz und pfeffrige Dialoge gibt. Ich hab beim Lesen so oft lachen müssen. Man muss die Fitzpatricks einfach mögen. Eine wirklich schöne Reihe aus der Feder von Poppy J. Anderson.

Idee: 5/5
Charaktere: 5/5
Emotionen: 5/5
Spannung: 5/5

Gesamt: 5/5

  • Taschenbuch: 258 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (3. Dezember 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1505361567
  • ISBN-13: 978-1505361568
  • Größe und/oder Gewicht: 13,3 x 1,7 x 20,3 cm

Yume Yume Yu Yu: Templemaid´s Dream 03 von Pink Hanamori

Nachdem sich die Götterwächter der Schattenwelt immer wieder in der Menschenwelt blicken lassen und Chaos verbreiten, allen voran deren dunkle Priesterin und Zwillingsschwester von Yume, beschließt das Mädchen den Kampf aufzunehmen, die dunkle Macht zu besiegen und ihre Schwester endlich wieder zur Vernunft zu bringen. Mut spricht ihr dafür vor allem Rekka zu, auch wenn dieser selbst unter einer mysteriösen Krankheit leidet. Doch er ist sich sicher, dass Yume es schaffen wird. Als sich Rekkas Zustand immer mehr verschlechtert, stirbt er schließlich. Yume will daraufhin allein gegen die dunklen Mächte ankämpfen doch Mashiro, Kurobe und Aoi schließen sich ihr an und gemeinsam reisen sie in die Schattenwelt zu einem finalen Kampf.

Der letzte Teil der Serie ist wie seine Vorgänger durch schnelle Szenenwechsel sehr verwirrend und baut durch die Sprunghaftigkeit keine Spannung oder Emotionen auf. Fast ist es schon ein bisschen traurig, dass die Autorin eine Schlüsselfigur einfach so sterben lässt und nicht noch ein bisschen Drama drumherum packt. Schließlich ist sie ja heimlich in Rekka verliebt. Doch Yume verdrückt kaum eine Träne. Fast schon ein bisschen lachhaft, wie lieblos Pink Hanamori mit der Situation umgeht. Auch finde ich es schade, dass die Schlussgeschichte so durchgaloppiert, das Ende fast schon offen ist und alles plötzlich wieder Friede, Freude und Eierkuchen ist. Schade um das Papier. schade ums Geld. So hart muss ich es schon sagen. Da bringt auch die Kurzgeschichte nichts, die noch als Bonus angehängt wurde, denn die ist genauso sprunghaft wie die Hauptstory. Die Grundidee zu Yume Yume Yu Yu war wirklich gut, aber die Umsetzung eine heillose Katastrophe. Wenn sich die Autorin ein bisschen mehr Mühe gegeben hätte, hätte es vielleicht was werden können, aber dieser Manga ist eine Katastrophe vom Herrn. Nicht nur, dass sie weiterhin Körperproportionen verwendet, die eine 13jährige plus minus ein Jahr nie im Leben hat - es beißt sich mit den niedlichen Figuren ungemein. Das Gesamtpaket, das hier abgeliefert wurde ist schlicht und einfach grottenschlecht. Ich bin maßlos enttäuscht.

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Heyne TB (2. Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453596102
  • ISBN-13: 978-3453596108
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
  • Originaltitel: Yume Yume Yu Yu
  • Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 1,6 x 18 cm

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Finale (Booksnack) von Monika Detering

Zum Inhalt:
Ein Hausboot, ein Mann, ein Bild und die Sehnsucht nach ihr – nach der Frau, die bei ihm lebte und von der er nicht erkannte, dass sie auf dem Sprung war, dass sie fort musste. Sie versprach: Wenn das Bild fertig ist, sehen wir uns wieder. Es hat lange gedauert, aber das Bild ist nun fertig …

Mehr möchte ich zum Inhalt auch schon gar nicht sagen, da man sonst die ganze Geschichte verraten würde. Die Kurzgeschichte aus der Feder von Monika Detering ist sehr kurz. Der Booksnack umfasst lediglich eineinhalb Seiten. Die Autorin schreibt flüssig, jedoch fehlen mir in dieser Geschichte die Details und Emotionen. Ehe man sich richtig auf die Story einlassen kann ist sie quasi schon wieder zu Ende, was ich richtig schade finde, denn in meinen Augen hätte diese Kurzgeschichte noch viel mehr Potential gehabt. Auch bleibt der Leser mit einigen Fragen zurück. Warum ist sie gegangen? Waren sie ein Paar? Wie lange haben sie ich nicht gesehen? Welche Gefühle hatte er für sie? Das hätte alles näher beleuchtet werden können. War er verzweifelt? Wie sehr hat er sie vermisst? Was sich mir auch nicht so ganz erschlossen hat... er ist überall unterwegs und doch scheint er genau zu wissen wo er hin muss - wie er sie findet und sie weiß auch wie sie ihn finden kann. Das finde ich schon ein bisschen kurios.

Leider konnte ich mit diesem Booksnack nicht wirklich warm werden - dafür aber mit der Leseprobe, was ja auch nicht schlecht ist. Was ich an den Booksnacks allgemein immer wieder bemängeln muss ist der Preis. Effektiv haben wir hier zwei Seiten plus Leseprobe und bezahlen dafür 1,49 €, was ich wirklich nicht in Ordnung finde und was auch schon mehrmals angesprochen wurde. Für den Preis bekommt man bei ebook-Portalen schon einen kompletten Roman mit 120-300 Seiten, wenns im Angebot ist. Das finde ich ein bisschen bedenklich. Cool wiederum ist die Aktion mit den Booksnacks, wo man jeden Sonntag eins kostenlos bekommt, wenn man den Newsletter abonniert hat.

Idee: 4/5
Emotionen: 2/5
Details: 2/5

Gesamt: 3/5

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 257 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 24 Seiten
  • Verlag: booksnacks.de (5. Oktober 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01M1BPE56

Yume Yume Yu Yu: Templemaid´s Dream 02 von Pink Hanamori

Yume und Hime werden von ihren Eltern allein gelassen, da diese wegen ihrer Arbeit nach Hawaii müssen. Die beiden Schwestern haben Geburtstag und so bekommen sie nicht nur Besuch von Aori, sondern auch Rekka und ihr Lehrer und Yumes Wächter Kurobe lassen sich blicken, um den beiden zu gratulieren. Als Hime bemerkt, dass Rekka sich mehr für Yume interessiert, obwohl sie eigentlich in ihn verliebt ist, beginnt sie eine kleine Intrige zu spinnen. Immer mehr verändert sich Hime, was nicht zuletzt damit zusammen hängt, dass die Wächter in der Schattenwelt sie als ihre Priesterin auserkoren haben. Als Hime plötzlich verschwindet, will Yume sie suchen, doch plötzlich wird Rekka krank und immer wieder tauchen die Götterwächter der Schattenwelt auf, um Yume und ihren Freunden das Leben schwer zu machen.

Die Idee an sich ist nicht schlecht, die Umsetzung hat mir aber gar nicht gefallen. Die Abfolge der Szenen ist viel zu schnell und zu sprunghaft, sodass man öfter aus dem Fluss der Geschichte geworfen wird und überlegen muss, was denn nun passiert. Neben der sprunghaften Storyline macht Pink Hanamori ihre Geschichte aber dadurch völlig lächerlich, dass sie der Zwillingsschwester Hime so einen krassen Vorbau verpasst hat, dass die sogar großere Hupen hat, als eine ausgewachsene Frau in der Geschichte. Da bringen dann auch die coolen Kostüme nichts. Es wirkt einfach nicht. Auf der einen Seite soll die Geschichte so niedlich und unschuldig sein und dann hämmert die dem armen Mädchen solche Mördermöpse an. Alle sind immer peinlich berührt, wenn sich in dem Manga geküsst wird, aber die Figuren halbnackt bis nackt durch die Geschichte zu schicken, da haben sie plötzlich alle kein Schamgefühl mehr... also bitte. Lächerlicher geht es ja kaum noch. Auch finde ich es maßlos übertrieben, dass sich scheinbar alles nur um Yume dreht, sei es nun Rekka oder Aori, sie wollen beide etwas von der Kleinen. Und was auch lächerlich uncool ist... Kurobe, als Lehrer ist ja erwachsen und kann tun und lassen was er will, dass er aber ständig eine Kippe im Mundwinkel hängen hat ist weder cool noch sonst irgendwas. Es passt einfach nicht ins Bild. Auch die Szene um den Auftritt von Mashiro ist lächerlich gestaltet. Es kommt auf dem Konzert zu einer Unterbrechung wegen einem Kampf - der nicht einmal richtig dargestellt wird und schwupps wird weiter aufgetreten. Alle Szenen sind abgehackt. Das ist wirklich nicht schön. Der Lesespaß zu diesem Manga ist gegen Null. Schade.

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (1. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453595939
  • ISBN-13: 978-3453595934
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
  • Originaltitel: Yume Yume Yu Yu
  • Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 1,7 x 18,1 cm

Dienstag, 20. Dezember 2016

Yume Yume Yu Yu: Templemaid´s Dream 01 von Pink Hanamori

Yume träumt eines Nachts davon, dass sie eine Tempeljungfrau ist. Doch als ihre Zwillingsschwester Hime sie weckt, scheint sie den Traum fast schon wieder vergessen zu haben. Stattdessen macht sich das schusselige Mädchen mit ihrer Schwester auf den Weg zur Schule. Dort schwärmt sie immer wieder für den Schulschwarm Aori. Hime versucht immer wieder zwischen den beiden zu vermitteln. Denn im Gegensatz zu Yume ist sie im Schulrat, sieht in den Augen ihrer Schwester gut aus und ihr geht alles viel leichter von der Hand als Yume. Als Yume wieder einmal bei ihrem Lehrer nachsitzen soll, findet sie in dessen Büro einen Zauberspiegel, aus dem ein magisches Wesen sowie der Tempelkrieger Rekka und die kleine Fee Rii entspringen. Als Yume sich für das magische Wesen einsetzt, welches die beiden Fremden jagen, verwandelt sie sich in die Tempeljungfrau, so wie sie es geträumt hat. Rekka erkennt in ihr die Auserwählte und bittet sie, ihm zu helfen. Fortan erleben Yume und Rekka so einige Abenteuer, bei denen sie die jenseitige und die Menschenwelt retten und sich auf die Suche nach den anderen Götterkriegern begeben.

Pink Hanamoris Werke sind dafür bekannt sehr niedlich - fast schon überniedlich zu sein. Auch hier geizt sie nicht mit Kitsch und präsentiert dem Leser eine überzuckerte Geschichte. Jedoch wird der Leser auch sehr enttäuscht, denn die Geschichte besitzt in meinen Augen wenig Tiefgang und das magische Wesen, welches durch das Portal kommt ist eine absolute Witznummer. Was ist das? Ein Hase mit einem Horn in der Größe von einem Reh, Puscheln und Absatzschuhen? Das ist so schlecht designt, dass es die ganze Story versaut. Auch mit der Vielfalt ihrer Charaktere hat Pink Hanmori wieder absolut den Vogel abgeschossen, denn sie ähneln den Charakteren aus Mermaid Pichi Pichi Pitch ungemein. Was mich auch etwas enttäuscht hat sind die krassen Szenensprünge und die Art, wie Pink Hanamori mit der Thematik Liebe umgeht. Für jemanden schwärmen, okay, aber dass gleich alle wieder wild durcheinander küssen wie kleine Kinder und sich dann alle dafür schämen... also bitte. Und dann noch die Darstellung von Yumes Schwester Hime... Japaner stehen ja auf große Möpse, aber das ist ja wohl die Übertreibung des Jahrhunderts...
Wer keinen Tiefgang bei der Geschichte sucht und mit Zeichenfehlern klar kommt, der kann der Geschichte sicher etwas abgewinnen. Ich bin ehrlich gesagt ganz schön enttäuscht. Da macht auch das Lesezeichen, welches man sich aus dem Buch ausschneiden kann keinen Pluspunkt mehr. Schade eigentlich.

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (2. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453595920
  • ISBN-13: 978-3453595927
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
  • Originaltitel: Yume Yume Yu Yu
  • Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 2 x 17,9 cm

In den Armen des Vampirs 10 von Chloe Wilkox

Nachdem Gloria Robin wieder einen Schwächeanfall hatte, wacht sie in Panik auf, nur um ihre Freunde um sich zu wissen, die sich um sie gesorgt haben. Wieder einmal muss die junge Frau sich dem stellen was sie ist und was sie für die Vampirwelt bedeutet. Als Elixier, welches die Vampire wieder zu Menschen macht, ist sie zu einem Spielball des perfiden Plans ihres Vaters geworden. Denn dieser züchtet aus ihrem Blut immer mehr Duplikate, die ihr Freund Matthew als Gloria-Zombies bezeichnet. Scheinbar ist Gloria mit diesen "Zombies" verbunden, denn immer, wenn eine geboren wird, scheint Gloria einen Teil von sich selbst zu verlieren, oder steckt noch etwas völlig anderes hinter diesen Attacken, die sie neuerdings heimsuchen? Und wie soll sie ihrem Vater gegenüber handeln? Wird sie ihm entgegen treten können oder wird sie ihn verschonen? Und wo ist plötzlich Kim abgeblieben?

Endlich gibt es wieder ein bisschen Action in der Geschichte. Es dreht sich zwar noch immer alles um Gloria, aber diesmal ist alles nicht so weinerlich und auch vom großen Emotionsdrama und den anschließenden zehn Seiten Versöhnungssex - wie in den Teilen davor - bleiben wir dieses Mal erspart. Zwar folgt die Autorin noch immer dem Drama erst Streit oder Problem, dann ab in die Kiste und dann neues Problem aufs Tablett.. aber dieses Mal hält sie sich diesbezüglich kurz und lenkt den Fokus ausnahmsweise mal nicht nur auf Gloria, sondern auch auf Kim, die Opfer von Glorias Vater wird. Die Idee, dass auch mal jemand anderes etwas passieren kann ist erfrischend. Auch die Sache mit den Gloria-Zombies ist interessant, auch wenn die Autorin hier einen gravierenden Fehler einbaut. Im Teil davor schreibt sie, dass die Double-Gloria sich mit Matthew und Ben unterhalten hat - in diesem Teil wird sie als hirnlos bezeichnet, nicht einmal dazu fähig zu sprechen - eine leere Hülle. Fauxpas. Auch die Geschichte um ihre Mutter wird verwirrend. Andrei hat sie getötet und doch scheint weder Livia, noch ihre Tochter Rachegedanken oder Hass deswegen zu verspüren. Das ist schon ein bisschen komisch. Auch Wanda, als Ziehmutter, wird ganz schön hin und her geschubst. Im letzten Teil konnte Gloria sie nicht mehr um sich ertragen und sollte unbedingt gehen, nur um gefühlt zwei Tage später wieder via Privatjet eingeflogen zu werden - das ist ja sowas von gemein der armen Frau gegenüber, die kommt ja auch nicht mehr zur Ruhe.
Auch soll es nun besser sein, wenn Gloria ein Vampir wird. Erst haben sich alle mit Händen und Füßen gewehrt und nun drehen alle durch und wollen sie zum Vampir machen. Kann man sich bitte mal entscheiden? Entweder oder. Dieses Hin und Her ist nervig und macht keinen Spaß mehr. Lieber hätte die Autorin ihren Fokus auf die Sache mit dem Coven und Glorias Vater lenken sollen. Nun, es bleibt abzuwarten, wie die Geschichte weiter geht. Jedenfalls war dieser Teil um Welten besser als sein Vorgänger, der mich so maßlos enttäuscht hatte, dass ich wirklich kurz überlegen musste, ob ich die Serie nicht vielleicht doch abbreche.

Diesen Teil kann ich euch wieder empfehlen, auch wenn er ein paar logische Patzer aufweist und der Hergang der Geschichte wieder einmal sehr vorhersehbar ist. Trotzdem hat er auch ein paar neue und durchaus spannende Aspekte.

Idee: 4/5
Charaktere: 3/5
Emotionen: 3/5
Spannung: 3/5
Logik: 3/5

Gesamt: 3/5

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1556 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 67 Seiten
  • Verlag: Addictive Publishing (26. August 2015)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B014JHAY82

Ein Vampir im Klassenzimmer von Ingrid Uebe

Zum Inhalt:
Dem kleinen Vampir Brosi ist so langweilig! Er hat es satt immer nur zu Hause zu sitzen und beschließt, ab sofort in die Schule zu gehen. Von seiner Lehrerin ist er ganz begeistert, doch Frau Rosenbrück muss sich sehr über ihren neuen, etwas blässlichen Schüler wundern.

Die Osterferien sind vorbei und Hannah muss genau wie ihre Zwillingsschwestern Tina und Nina ihren Schulranzen packen. Dabei wird sie neugierig von ihrem Bruder und dem Vampir Ambrosius von Bröselstein beobachtet. Schule, so meint er, das könnte ihn auch interessieren. nicht zuletzt, weil er die Lehrerin von Hannah gesehen hat und ihren Hals so attraktiv findet. Als die Kinder beim abendessen sitzen, eröffnet Abrosius, dass er auch gern zur Schule gehen möchte. Doch wie soll er das tun, verträgt er doch die sonne nicht. Die Kinder aber haben eine zündende Idee, schließlich ist Papa doch ein Kinderarzt und könnte eine Medizin für Brosi erfinden.Gesagt, getan und so kommt es, dass Brosi fortan mit in die Schule gehen kann und Hannahs Mitschüler und deren Leherin vor so manches Rätsel stellt.

Ingrid Uebe schafft es wieder einmal durch ihre frische Schreibweise eine Vampirgeschichte für Kinder zu präsentieren. die niedliche Story wird durch wunderbare Abbildungen begleitet. Die Fibelschrift ermöglicht es den Kindern ab der dritten Klasse das Buch mit Verständnis zu lesen. die Sätze sind einfach gehalten, aber logisch, sodass keine Fragen offen bleiben. Durch die Abbildungen nach den Abschnitten kann das Gelesene noch einmal von den Kindern nachvollzogen werden. Im Anschluss gibt es zu der Geschichte noch ein Rätsel, bei denen die jungen Schüler ihr Wissen zum Buch auf die Probe stellen können.
Die Geschichte eignet sich zum selber lesen oder zum vorlesen lassen. Es macht auch mir als Erwachsenen Spaß die Abenteuer von Brosi und seiner Familie zu verfolgen. Für uns als Erwachsene sind viele versteckte Witze enthalten, was ich richtig super finde.

Idee: 5/5
Charaktere: 4/5
Spannung: 4/5
Logik: 4/5

Gesamt: 4/5


  • Taschenbuch: 93 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 6 (1. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3473380539
  • ISBN-13: 978-3473380534
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 0,8 x 21,5 cm

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Das Vermächtnis der Johanna: Band 1 von Christine Weiske

Die junge Romina lebt in Naringen, einem kleinen Dorf, ist gottesfürchtig und verehrt die Kämpferin Johanna von Orléans. Als die Hexe Kassandra ein Portal öffnet, dass den Dämon Neritaz in die menschliche Welt holt, bricht eine Reihe von mysteriösen Umständen und Morden über Naringen herein. Mit dem Verschwinden der jungen Sarina und einer zufälligen Begegnung ebendieser und Romina beginnt Romina Fragen zu stellen und Zusammenhänge zu erkennen. Sie spricht den Dorfpfarrer darauf an und die beiden finden in alten Schriften, dass die junge Sarina von einem Dämon geplagt sein könnte. Während Romina und ihr Freund Stefan versuchen Sarina zu helfen, macht sich an anderer Stelle der junge Mann Tomas daran die Bewohner des Dorfes nach und nach zu ermorden, um seinem Herrn Neritaz frische Herzen zu bringen. Als sich die Lage immer mehr zuspitzt, taucht vor Romina Johanna von Orléans auf, um ihr im Kampf gegen das Böse zur Seite zu stehen.

Ich war wirklich happy, als ich bei der Buchverlosung ein Exemplar erhalten habe und war guter dinge, als ich das Paket in der Hand hielt. Zum Einen bin ich ein absoluter Fan von Johanna von Orléans, zum anderen fand ich den Kontakt mit der Autorin herzerwärmend schön. Leider bin ich aber von dem Buch total enttäuscht worden. Die Idee war sicher nicht schlecht, aber die Umsetzung hat mich das Buch ab Seite 50 abbrechen und nur noch grob überfliegen lassen. Das ist schade und macht mich eigentlich ganz schön traurig, aber ich bin mit dem Buch absolut nicht warm geworden. Schade.

Doch warum? Die Schreibweise der Autorin ist recht einfach, flüssig und fehlerfrei, so weit ich das beurteilen konnte. Trotzdem ist der Erzählstil nicht so meins. "Nach einem niederschmetternden Kampf gegen Xeraz muss Neritaz erst mal wieder zu Kräften kommen." Eine unglückliche Wortwahl, die öfter vorkommt. Die Erzählweise in der Vergangenheitsform wäre in meinen Augen auch von vorteil gewesen, so wäre die Geschichte in meinen Augen noch ein bisschen stimmiger geworden. Neben dem etwas unglücklichen Erzählstil war ich von den großen Sprüngen und unlogischen Folgerungen in den Geschichten irritiert und schockiert. Nur als Beispiel. Stefan befindet sich in Gefahr und Romina macht sich auf den Weg, um Pfarrer Claudius als Hilfe zu holen. Die Kleine ist verletzt, aber Stefan ist in Gefahr. Folglich eilt man schleunigst zur Hilfe, um den jungen Mann vor z.b. einem schlimmen Tod zu bewahren. Und was macht der Pfarrer? Verarztet erst einmal ihren Fuß, deckt sie zu und macht sich dann erst auf den Weg. Kurz, er bummelt. Also entweder war Stefan dann doch nicht so arg in Gefahr oder das Schicksal des jungen Kerls ist dem Pfarrer piepegal. Was mich auch aus dem Lesefluss gehauen hat war die Szene mit der Hexe Kassandra. Tomas soll sie töten und tut dies auch. Romina und Stefan sehen ihre Leiche. Es gibt ein Grab und doch ist sie später wieder am Leben, nur um wieder getötet zu werden. Wann wurde sie erweckt? Das hab ich überall gesucht, doch nichts...
Was mir in dem Buch auch sehr gefehlt hat waren die Emotionen und Details. Die Geschichte hätte man richtig toll ausbauen können, mit richtig viel bildgewaltigen Material. Es gab so viel Steilvorlagen, die die Autorin einfach nicht genutzt hat. Es wir dem Buch so oft gemordet. Es soll ach so blutig aussehen und hergehen und doch ist es dann ein Wimpernschlag. Romina guckt auf die Leiche, keine Emotion. Romina kippt Weihwasser drauf, Puff, Aschehaufen. Weiter gehts. Das geht doch nicht! Wo ist die Verzweiflung? Wo ist der Ekel? Wo ist die eventuelle Trauer? Wo ist die nackte Angst? Wo ist der Wahnsinn, wenn Tomas zu Werke geht oder der Dämon seinen Auftritt hat, wenn er die Herzen verspachtelt? Wo ist die glaubwürdige Reaktion von Romina, als sie ihren Vater tot auffindet? Wenn nicht gleich, aber dann später. stattdessen stellt sie sich arschcool dem Dämon gegenüber und plauscht mit ihm. Das geht doch nicht! Da kann man doch so schön mit den Emotionen spielen. Trauer, Verweiflung, Wut, Fassungslosigkeit, Angst.
Und was mir auch richtiggehend auf den Nerv gegangen ist - dieses durchgaloppieren der Szenen. Romina akzeptiert alles viel zu schnell, reagiert auf alles viel zu cool und selbstverständlich. Und immer wieder der gleiche Ablauf. Neritaz baut Mist, Romina kommt dahinter, reagiert, Neritaz ist wütend, sie bietet ihm wieder die Stirn, er ist wieder wütend... und dann der Oberkracher nach einer Situation a la "Wir tun erst mal so als ob wir feiern und versuchen den Dämon zu täuschen hihihihi" - stumpf und unpassend an dieser Stelle (wer es gelesen hat, der weiß was ich meine).

Was mich auch noch schwer beschäftigt. Wir haben hier die Geschichte die scheinbar im tiefsten Mittelalter spielt. Alle sind gottesfürchtig. Sie fürchten Dämonen. Hassen Hexen. Aber der Pfarrer - der ja eigentlich enthaltsam leben müsste, der verliebt sich in ein junges Mädchen - die zeitweise im Kloster lebt. An sich müssten die beiden in der Zeit schon auf dem Scheiterhaufen stehen und brennen - es sei denn Luther hat seine 95 Thesen schon angenagelt gehabt und die beiden sind aus der evangelischen Kirche .... und selbst dann wäre es noch eine ziemlich heiße Kiste gewesen.

Es tut mir Leid, dass ich diese schlechte Bewertung abgeben muss, vor allem, weil ich die Autorin wirklich ganz nett fand. Aber dieses Buch ist in meinen Augen nicht gelungen. Deswegen möchte ich auch keine Leseempfehlung hierfür abgeben. Eventuell sollte man sich überlegen das Buch noch einmal zu überarbeiten, denn ich denke, dass man da noch was Feines draus machen kann, denn die Grundidee ist gut, nur eben unglücklich umgesetzt.

Idee: 4/5
Charaktere: 1/5
Logik: 1/5
Emotionen: 1/5
Details: 1/5
Spannung: 1/5

Gesamt: 1/5

  • Taschenbuch: 180 Seiten
  • Verlag: Brighton Verlag; Auflage: 2 (1. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958762999
  • ISBN-13: 978-3958762992
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 1,5 x 20,8 cm

Sisi von Katrin Unterreiner

Zum Inhalt:
Dieses Buch begibt sich auf die Suche nach der historischen Persönlichkeit der österreichischen Kaiserin abseits gängiger Klischees und Legenden. Ausgehend vom Attentat, das eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Ikone Elisabeth spielt, wird die Biographie Elisabeths genau betrachtet. Dazu werden neuste Forschungsergebnisse und bislang unbekannte Quelle präsentiert.

Ein jeder kennt sie. Sisi - die entgegen der Filmfigur nämlich nur mit einem S geschrieben wird. Die Kaiserin der Herzen. Ein Mädel, das alle liebten. Ein Mädel, das die Welt liebt. Doch wer war Sisi wirklich? Entgegen der Filmfigur war die echte Sisi ganz und gar nicht so charmant und aufopferungsvoll für alle da. Sie war die große Liebe ihres Franz und sie liebte ihn ebenso. Doch die beiden sahen sich kaum, sondern pflegten zumeist nur einen Briefkontakt, da die Kaiserin der "Herzen" sich den Hauptteil ihres Lebens auf Reisen befand. Sie war sehr auf ihr Äußeres bedacht - aß an manchen Tagen gar nur eine Orange. Entgegen der damals gängigen Körperfülle, die die Frau attraktiv machte war sie stets schlank. Sie wanderte gern. Viel und ausgiebig. Viele Dienerinnen, die sie in ihren Dienst nahm mussten fit sein und mit ihr mithalten können, sonst waren sie in ihren Augen nicht gut genug. Auch für die Familie hatte Sisi keinen Kopf. Ein Bezug zu ihren Kindern war kaum vorhanden und sie hielt auch selten mit einer Meinung hinterm Berg, so bezeichnete sie ihre Schwiegertochter unter anderem als nicht ansehnlich.
Katrin Unterreiner zeichnet in ihrer Biografie ein völlig neues, aber durchaus glaubwürdiges Bild der Kaiserin, die durch die Filme mit Romy Schneider einen völlig ungerechtfertigten Hype erlebt. Zwar hat sie sich in der Sache mit den Ungarn wirklich stark gemacht, hielt sich aber sonst aus politischen Machenschaften heraus. Sie war in meinen Augen eine egozentrische Frau, die durchaus ihre Fehler hatte, sie aber immer versuchte zu kaschieren. Durch die Fakten, die Katrin Unterreiner liefert muss ich sogar gestehen, dass mir die Kaiserin zeitweise sehr unsympathisch war. Sie lebte auf Staatskosten, hat aber kaum etwas für ihren Staat getan. Das ist ein sehr schockierendes Bild, vor allem, wenn man bedenkt, was die Filmmacher aus der Kaiserin gemacht haben. Umso interessanter finde ich es, dass jemand aufzeigt, wer diese Person wirklich war und das alles mit Daten und Fakten untermauert.

Empfehlen möchte ich diese Biografie allen, die gern hinter die Fassade Sisi gucken möchten. Die Realität um diese Person ist traurig und erschreckend, aber auch sehr interessant. Dieses Buch lohnt sich wirklich. Genial.

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: Brandstätter Verlag (9. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3850338916
  • ISBN-13: 978-3850338912
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 1,5 x 21,1 cm

Samstag, 10. Dezember 2016

Katharina die Große von Vincent Cronin

Zum Inhalt:
Sie wurde als Tochter eines deutschen Fürsten geboren und mit dreiunddreißig Jahren Herrscherin des russischen Reiches Katharina II. (1729 - 1776). Die Geschichte verlieh ihr den Beinamen die Große . Vincent Cronin porträtiert die schillernde Persönlichkeit der russischen Zarin, ihr ereignisreiches Privatleben und ihre großen Leistungen als Regentin gerade auch bei der Verwirklichung weitreichender Sozialreformen. Und er korrigiert damit ein über lange Zeit verfälschtes Geschichtsbild

Katharina die Große wurde am 2. Mai 1729 als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin geboren und verbrachte ihre gesamte Kindheit dort - bis auf ein paar Besuche in deutschen Städten wie Berlin oder Zerbst. Als beschlossen wurde, dass sie den späteren Zaren Peter den III. ehelichen soll, macht sie sich auf eine lange Reise in das russische Reich. Dort lernte sie im Alter von 14 sehr schnell die russsiche Sprache, nahm sich deren Religion an und heiratete wenig später Zar Peter, mit dem sie eine eher unglückliche ehe führte - vor allem weil dieser mehr mit seinen kleinen Spielsoldaten spielte, als sich um seine Frau zu kümmern. Nicht zuletzt, weil Zar Peter ein Kindkopf war und seine spätere Regentschaft in ihren Augen kaum zu ertragen, sammelte Katharina Verbündete um sich, um ihren Mann bei einen Staatsstreich zu stürzen und selbst als Zarin an die Macht zu kommen. Katharina lenkte fortan die Geschicke der russischen Politik und sorgte mit eiserner Hand dafür, dass Russland eine unter anderem Revolution in Gesundheitswesen sowie Innen- und Außenpolitik erlebte. Neben ihren politischen Geschick machte sich Katharina aber vor allem auch durch ihre vielen Liebhaber einen Namen. Vincent Cronin betrachtet in dieser Biografie die Frau Katharina. Ein Mädchen, das sich anpassen musste. Eine Frau, die für ihr Volk kämpfte. Aber auch eine Frau, die eben einfach nur eine Frau war - mit Höhen und Tiefen.

Erstmals habe ich diese Biografie vor über zehn Jahren gelesen, als wir für die Schule etwas über Katharina die Große ausarbeiten mussten. Ehrlich gesagt hatte ich damals reichlich wenig Lust und bin eher gelangweilt an die ganze Sache heran gegangen. Je mehr ich dann aber in dem Buch gelesen habe, desto mehr hat mich die Geschichte rund um Katharina die Große gefangen genommen. Ich war fasziniert, wie dieses junge Ding mir nichts dir nichts in ein fremdes Land gesandt wurde, dessen Sprache sie nicht einmal beherrschte. Ich war fasziniert, wie sie versucht hat Peter zu gefallen, obwohl der einfach nur ein Ekel war und rumgehurt hat. Ich war fasziniert, wie sie es diplomatisch geschafft hat, ihre Schwiegermutter auf ihre Seite zu ziehen und es hat mich einfach nur baff gemacht, als ich gelesen habe, welches Risiko sie damals eingegangen ist, als sie den Staatstreich vorbereitet und schließlich durchgeführt hat. Das hätte sie Kopf und Kragen kosten können und doch hat sie den Willen gehabt das eiskalt durchzuziehen. Ich was und bin von der Person Katharina vollkommen begeistert. Schließlich hat es mich auch immer wieder fasziniert, wie sie mit den Männern umgegangen ist. Sie war eine Frau die viele Liebhaber hatte und scheinbar hat sie sie auch alle geliebt, aber auch hat sie sie als Schachfiguren benutzt - nicht zuletzt auch, um sich die Polen als Verbündete zu Nutze zu machen. Aber sie hat sich auch für ihr Volk eingesetzt. Durch die Revolution des russischen Gesundheitswesens hat sie unter anderen für Russland einen sehr großen Schritt getan, der ihr heute noch Ruhm einbringt. Katharina ist eine vielschichtige, interessante Frau gewesen, die mich absolut begeistert. Vincent Cronin schafft es ihre Biografie lebendig zu erzählen - es wird einfach nicht langweilig. Besonders, wenn es um Politik geht schafft er es, alles so gut zu umschreiben, dass man der Sache folgen kann und nicht vor Langeweile einschläft. Das schafft auch nicht jeder.

Wer sich für Geschichte und vor allem für Katharina die Große interessiert ist mit diesem Buch bestens beraten. Die Schreibweise des Autors ist fesselnd und es bleiben keine Fragen offen. Genial gemacht und super recherchiert.

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (1. November 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492248314
  • ISBN-13: 978-3492248310
  • Originaltitel: Catherine the Great
  • Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 2,9 x 18,9 cm