Freitag, 26. Januar 2018

Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer (Lizzy Carbon 1) von Mario Fesler

Zum Inhalt (Booklet):
Das Leben macht es der dreizehnjährigen Lizzy nicht leicht: ein Körper, der tut, was er will, Eltern, die nichts kapieren, und Klassenkameraden, die abfällig auf sie und ihre beste Freundin Kristine herabgucken. Da macht das anstehende Schulfest die Laune nicht besser – denn da darf sie garantiert eh wieder nur die Gläser spülen. Als sie diesen Gedanken im falschen Moment laut ausspricht, hat sie plötzlich ihre eigene Projektgruppe mit allen Außenseitern der Unterstufe am Hacken. Doch schon bald stellt sie fest: Wenn so ein „Klub der Verlierer“ erst mal in Fahrt kommt, ist die Niederlage nicht so vorprogrammiert, wie alle denken … 

Cover:
Das Cover ist in meinen Augen ein richtiger Blickfang mit seinen freundlichen und leuchtenden Farben. Pink, mit Blau und Weiß ergibt eine gute Kombination, die durchaus ansprechend ist und sofort aus einem Regal heraus sticht. Im Hintergrund gehalten sind ein paar Verzierungen, doch in der Mitte haben wir eine große Wolke umgeben von aufgeschlagenen Büchern, in denen der Titel thront. Am Rand bemerkt man nach und nach dann noch weitere Details, wie z.B. den blauen Wal oder die Glühbirne oder den Pfeil. 
Das Cover jedenfalls macht neugierig, der Titel schließlich noch mehr, weshalb ich das Buch spätestens jetzt aus dem Regal gefischt hätte.

Das Buch und mein Eindruck:
In dem Buch geht es um Lizzy die es einfach nicht leicht hat. Mit ihrer besten Freundin Kristine gehört sie zu den Verlierern der Klasse. Sie sind nicht so besonders wie die anderen, sie stechen durch nichts hervor, weshalb sie eben ewig und immer die Verlierer bleiben werden. Damit haben sie sich schon lange abgefunden. Dass Lizzy eben eine graue Maus ist und von den anderen nur belächelt wird, das können die Eltern zu Hause nicht verstehen. Sie sind der Meinung, dass Lizzy sich mehr einbringen muss. Aber wie, wenn man eben auch alles, was man anfässt irgendwie in den Sand setzt und nicht der Norm entspricht. Kleidung ist nicht wichtig? Denkste! Noten? Überbewertet! 
Als wieder einmal ein Schulfest ansteht ist für Lizzy und Kristine klar, dass sie nur die Assi-Jobs bekommen werden, während die beliebten Kinder wieder im Vordergrund strahlen und glänzen. Als Lizzy die Ungerechtigkeiten in der Schule wieder einmal vor Augen geführt werden und sie erkennt, dass es in jeder Klasse die klassischen Verlierer gibt, ist sie total schockiert. So schockiert, dass sie etwas Unüberlegtes tut und ehe sich Lizzy versieht, hat sie mitten in der Aula ihre ganz eigene Meinung Preis gegeben. Das Ergebnis, alle Verlierer sollen sich für das Schulfest selbst etwas einfallen lassen und somit ist er gegründet. Der Klub der Verlierer. Das kann ja nur schief gehen? Oder?

Ich habe das Buch im Rahmen einer Buchverlosung zugeschickt bekommen und muss sagen, dass ich ganz begeistert von dem Werk bin. Der Autor schafft es einfühlsam, aber doch mit einer ordentlichen Portion Humor in die Welt von Lizzy zu entführen. Man sieht gleich, Lizzy ist arm dran, jedoch kann sie sich im Gegensatz zu ihrer Freundin Kristine sehr gut mit ihrer Situation arrangieren, auch wenn sie manchmal doch glaubt zu verzweifeln. Die Thematik Beliebtheit in der Schule zu behandeln ist ein ganz heikles Thema und ich finde, dass der Autor das richtig gut umgesetzt hat. Unsere komplette Gesellschaft spiegelt sich in dem Buch eigentlich wieder – und das regt absolut zum nachdenken an. Spätestens dann, als der Klub der Verlierer sein Schulprojekt vorstellt. Neben den allgemeinen Beliebtheitsproblemen beschäftigt sich der Autor mit Lizzy außerdem über das Älter werden – die Pubertät schlägt hier volle Granate zu, dann geht es um Jungs in dem Alter und ganz wichtig um Freundschaften. Denn was ist, wenn die beste Freundin auf einmal in der „Beliebtengruppe“ mitarbeiten darf? Da ist ein richtiger Zoff zwischen besten Freundinnen vorprogrammiert.

Lizzy als Heldin der Geschichte muss man einfach lieben. Sie ist zwar ein bisschen verrückt, aber sie weiß ganz genau, wo der Hase lang läuft. Sie blickt immer mutig nach vorn und versucht ihre Situationen die ihr im Leben begegnen immer wieder humorvoll und doch mit Würde zu nehmen, auch wenn sie manchmal vielleicht im Erdboden versinken würde. Sie ist einfach so sympathisch, dass man gar nicht anders kann, als sie zu mögen.

Empfehlen möchte ich das Buch allen Teenies und Erwachsenen, die einen humorvollen Roman lesen wollen, der jedoch einen ganz ernsten Hintergrund hat. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und vielleicht macht der Roman auch Mut, sich vom Looserposten auch einmal zu erheben und den „Beliebten“ die Meinung zu sagen. Top.

Idee: 5/5
Charaktere: 5/5
Humor: 5/5
Details: 5/5
Logik: 5/5

Gesamt: 5/5

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Magellan (25. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734850258
  • ISBN-13: 978-3734850257
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 2,7 x 21,6 cm

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